Eine Woche in der Fränkischen Schweiz

Vorbereitung

Es geht eine Woche auf kleine Wanderungen in die Fränkische Schweiz nach Muggendorf. Das kleine Dorf liegt zwischen Bamberg und Bayreuth. Wir werden nur kleine Touren machen, da wir noch die Uroma und Kleinkind im Schlepptau haben. Es gibt zwar Fernseher in den Wohnungen, wir freuen uns aber auf gemütliche Abende ohne Fernseher. Mal sehen, wie sich die vier Generationen in der Familie untereinander verstehen. Die Alterspanne reicht von 2,5 bis 86 Jahre. Ich werde nur einen kleinen Rucksack mit wenig Gepäck dabei haben und meinen Laptop.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit:

  • 1 Wander Hose
  • 1 kurze Hose
  • 2 T-Shirts
  • 2 Hemden
  • 5 Paar Sport Socken
  • 1 Paar Laufschuhe
  • 5 Unterhosen (eine würde auch auch reichen, die kann man ja auf links drehen wenn sie dreckig ist)
  • 1 Paar Fußballschuhe
  • Laptop
  • Buch Dein nächstes großes Ding von Matthew Mockridge

Ich brauche nur das nötigste, alles weitere notwendige kann dort in einem kleinen Supermarkt gekauft werden. Die nächsten beiden Städte Forchheim und Ebermannstadt sind nur eine Stunde entfernt.

Meine Familie fährt seit 1962 in die Fränkische Schweiz, um dort Urlaub zu machen. Es gibt jede Menge Ferienwohnungen in verschieden Ausführungen und Lagen. Wir fahren zum ersten mal mit dem FlixBus. Der ist gut ausgestattet mit Strom an Board, Wifi und Klimaanlage. Den Sitz im Ganginneren kann man ca. 10 cm weiter vom anderen Sitz weg ziehen, in den Gang hinein. Es gibt Getränke und Snacks. Unser Bus ist relativ pünktlich auf der Route. Wir kommen nur ca. 30 Minuten später an als geplant. Der BerlinLinienBus fährt nicht mehr nach Neudorf. Deshalb müssen wir aus dem FlixBus nach Forchheim, in die Regionalbahn steigen und dann noch ein paar Stationen mit dem Linien Bus fahren. Wir sind ca. 6 Stunden unterwegs aber es wird sich lohnen.

Angekommen

Wir sind angekommen in Muggendorf. Was für eine schöne Landschaft wir in Deutschland haben. Berge, Täler, viel Grün, gelassene und entspannte Menschen. Die Pension ist noch wie in den 70er Jahren eingerichtet. Urig und einfach eingerichtete Zimmer aber gemütlich und sauber. Es gibt kein Internet. Ich schreibe alle Texte auf dem Smartphone, allerdings ist die Internetverbindung extrem langsam in den Bergen. Wir gehen gegen Abend erstmal etwas essen. Es gibt traditionelle, deftige Gerichte. Forelle, Schäufele (die Fränkische Königsmahlzeit), Schlachteplatten, Bratwürste und Brotzeiten.

Am nächsten Tag starten wir die erste 6km lange Tour nach Oberfellendorf. Nach einigen Höhenmetern gehen wir in eine kleine Höhle, feucht und kalt ist es dort. Wie einfach die Menschen früher gelebt haben. Das nenne ich Minimalismus. Angekommen in Oberfellendorf, besuchen wir das Gasthaus “Sponsel” mit einem super Koch. Ein Gasthaus mit sehr guter Küche. Die Fränkische Schweiz hat die höchste Brauereidichte der Welt und das nutzen wir auch etwas aus. Es gibt viele Biersorten zu testen.

Druidenhain allein

Ich wandere heute 3km zu dem Druidenhain bei Wohlmansgesess. Ein ca. 1 Hektar großes Gebiet mit Moos bewachsenen Felsen, die 1-6 Meter hoch und lang sind. Dem Volksglauben nach, soll es sich um eine Kultstätte der keltischen Priester (der Druiden) gehandelt haben. Aus wissenschaftlicher Sicht konnte das allerdings nicht bestätigt werden. Dort angekommen, sehe ich große und kleine, seltsam und bizarr anmutende Steine und Steinblöcke die verschiedene Namen tragen. Drei Steinblöcke befinden sich in einem stark verwitterten Bereich und könnten auch Reste eines eingestürzten Höhlendaches darstellen. Ein sehr kraftvoller, mystischer und geheimnisvoller Ort, den ich sehr empfehlen kann wenn man in der Fränkischen Schweiz ist. Bei der Google Suche findet ihr weitere tolle Tips und Informationen zu diesem kraftvollem Ort.

Unterwegs im Fränkischen Wildwasser

Wir machen heute eine kleine Kanadier Tour zu dritt. Es wird eine Männerrunde ohne Alkohol, Sonnencreme und Mückenschutz. Die nette Frau von Aktiv Reisen erklärt uns noch wie wir zu paddeln haben auf der Wiesent. Kaum losgefahren haben wir bereits alles vergessen. Es werden 2 Stunden voller lachen und Freudentränen. Wir haben kaum noch Kraft. Es ist wirklich schwer dieses, doch lange Boot zu lenken. Wir sind etwas zu hektisch und können uns nicht einigen, wer auf welcher Seite paddelt. Natürlich haben wir nicht richtig zugehört und uns vorher nicht abgesprochen. Jetzt ist es zu spät, wir müssen da durch. Nach mehrmaligem auf Grund laufen des Bootes, haben wir kalte Füße. Jeder in das Wasser hängende Ast, ist unserer. Wir machen mit vielen Mücken und Spinnen Bekanntschaft. Immer wieder dieses ansteckende Lachen, wir haben keine Kraft mehr.

Das Boot ist auch nach einer Stunde Übung schwer zu lenken. Ich sitze hinten und versuche zu steuern. Nach 2 Stunden kommen wir schon am vereinbarten Ausstiegspunkt an. In der teilweise aufkommenden Hektik dachten wir zeitweise, wir seien daran vorbei gefahren. Es gibt aber auch sehr schöne ruhige Momente auf der Wiesent, bei denen keiner von uns etwas sagt, sondern nur die Landschaft und die Ruhe genießt. Wir waren doch relativ zügig unterwegs, wahrscheinlich sind wir in unserem Rausch doch ganz gut mit der Strömung gepaddelt. Erschöpft werden wir eingesammelt, das Boot ist schon ganz ordentlich mit Wasser gefüllt. Wir laufen Barfuß zum Shuttlebus, unsere Schuhe und Hosen sind nass. Wir haben lange nicht mehr so gelacht. Wie kleine Kinder, herrlich. Bewahrt euch das Kind sein und Kind bleiben. Sehr empfehlen kann ich die kleine, oder auch für mutige, die große Kanutour auf der Wiesent.

Historische Bahnfahrt mit der Familie

Wir machen heute eine Bahnfahrt mit der historischen Dampfeisenbahn. Die historischen Züge fahren an allen Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen vom 1. Mai bis 30. Oktober. Wir fahren zur Behringersmühle. Da muss der Triebwagen umgesetzt werden, damit wir wieder zurück kommen. Herrlich wie der Zug durch das Tal dampft. Langsam, allerdings auch sehr rußig. Die Dampflok bezieht ihre Kraft aus Feuer und Wasser, deshalb muss man schon mit einigen Ruß Schwaden rechnen. Mein Neffe schaut verunsichert, doch es scheint ihm nach ein paar Minuten zu gefallen. Wir fühlen uns ein paar Jahrzehnte zurück versetzt. Ein schönes, spannendes reisen muss das damals gewesen sein. Es gibt die “Holzklasse” und die erste Klasse mit gepolsterten Sitzbänken in verschiedenen Preis Kategorien. Es hält uns nicht lange auf den Holzbänken, viel spannender ist es auf den Plattformen, zwischen den Zügen zu stehen. Es ist eine sehr lohnende, historische Bahnfahrt. Die Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich für die DFS (Dampfbahn Fränkische Schweiz).

Fazit

Ich werde, wie meine Großeltern und Eltern, die Tradition wahren und hier immer wieder mal auftauchen in der Fränkischen Schweiz. Egal, ob allein, zu zweit oder mit der Familie. Es gibt für jede Generation viel zu sehen, viel zu erleben, auf Burgen, in Höhlen, im Wald, in oder auf dem Wasser, beim wandern, bei sportlichen Aktivitäten und beim reichhaltigem Essen. Es ist ganz einfach Entspannung pur.

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