Mein Minimalismus

Wie alles anfing. Ich wurde praktisch gezwungen, zu minimieren. Durch ein Heruntersetzen meiner Arbeitsstunden in meinem Job wegen Sparmaßnahmen. Das führte natürlich zu weniger Geld auf meinem Gehaltskonto bei der Sparda-Bank und ich hatte auch noch keinen Nebenjob. Die Wohnung wurde schnell zu teuer und ich hatte unnötige Ausgaben. Also blieb mir nichts anderes übrig, als in eine günstigere Wohnung um zu ziehen und alle unnötigen Verträge zu kündigen. Ich hätte mir auch einen neuen Job suchen können, doch ich arbeite dort bis heute sehr gerne. Durch Zufall wurde eine kleine, günstige Wohnung frei und auch noch genau in dem Bezirk, in dem ich unter anderem aufgewachsen bin. Wir sind relativ oft umgezogen innerhalb der Stadt Berlin. Ich wollte da eigentlich nicht zurück in den Bezirk Spandau, da er etwas außerhalb liegt. Doch jetzt ist es wieder sehr schön, in einem sehr grünen Bezirk zu leben. Ich war auch gezwungen, extrem auszumisten, da sich die Wohnfläche von 60 auf 35 Quadratmeter verkleinerte. Ich habe einiges verkauft, aber auch gespendet und verschenkt, da der Aufwand bei nicht so wertvollen Dingen viel zu hoch ist. So kam sogar noch Geld rein und der Umzug kostete mich fast nichts. Ich fühlte mich nach kurzer Eingewöhnungszeit, leicht, frei und sehr wohl in dieser kleinen gemütlichen Wohnung. Wie früher als Kind, wenn man sich eine Höhle gebaut hat. Es hat sogar extrem viel Spaß gemacht, diese kleine Tiny Wohnung einzurichten und auszubauen. So habe ich z. B. eine weitere Leidenschaft entdeckt. Drei Monate später setzte ich wieder eine Stundenerhöhung durch und suchte mir zusätzlich einen Nebenjob. Geld war wieder da und kein Problem mehr. Ich verreiste drei Wochen nach Thailand, um abzuschalten. Als ich am letzten Tag noch gar nicht nach Hause wollte, wurde mir klar, das ist es. Ich muss mehr und länger reisen.

Zurück in Berlin, hatte ich nur noch wenig feste Kosten, und wollte im Gegensatz zu meiner Jungend, reisen und überwintern im Süden. Das kann und muss funktionieren. Ich hatte einen Sinn, ein Ziel und einen Plan gefunden wofür ich das alles mache. Nur das Voranbringen meiner eigenen Projekte entdeckte ich erst viel später, da ich kaum Zeit hatte durch die zwei Jobs. Ich werde also im Sommer in Berlin leben und arbeiten und im Winter gen Süden reisen, um dort auch zu arbeiten und unter Einheimischen zu leben. Das fasziniert mich. Ich hatte erst darüber nachgedacht, in dem jeweiligen Land zu arbeiten. Das bringt aber viel zu viel Probleme, wie Arbeitserlaubnis und sprachliche Hürden, und ich bin dann ja wieder Angestellter ohne Freiheiten. Ich war schon immer nebenberuflich selbständiger Gründer und habe ab 1993 versucht als Musikproduzent Fuß zu fassen. Das klappte auch sehr gut bis MP3 und Internet da waren. Ohne weiteren finanziellen Erfolg wurde Musik wieder zu meinem Hobby. Doch jetzt fühle ich mich wie im zweiten Frühling und habe eine starke Motivation wieder etwas aufzubauen. Ich bin kreativ und wage auch Dinge, wo andere sagen was machst du da? Das motiviert mich erst recht.

Ich bin mehr und mehr sicher, dass es möglich ist als Zugvogl gut zu leben. Das ich bereits minimalistisch lebe, macht so vieles einfacher und leichter. Minimalismus bedeutet auch nicht auf etwas zu verzichten. Ganz im Gegenteil, ich habe alles was ich brauche. Nur nicht Zuviel. Das befreit und lebt sich leichter. Kaum etwas belastet mich noch. Noch “Urlaube” ich jetzt schon fast 5 Jahre im Süden, längstens 2 Monate. Im kommenden Winter werden es dann drei Monate. Ich werde so langsam mit meinen eigenen Projekten Geld verdienen müssen, wenn ich noch länger überwintern will. “Der Zugvogl” ist also mein Top Ziel.

Wenn du auch überwintern möchtest und nicht nur 3 Wochen Urlaub machen willst, schreib mir doch in den Kommentaren, ob du schon dabei bist oder noch planst.

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Ein Gedanke zu “Mein Minimalismus

  1. Pingback: Entspannter reisen (Scheiß Klamotten passen nicht in den Rucksack) – Der Zugvogl

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