Work Life Balance

Es ist immer wieder ein angesagtes aber auch ausgelutschtes Thema, die Work Life Balance. Die meisten von uns arbeiten fast elf Monate und haben einen Monat Urlaub im Jahr. Das bedeutet 11 zu 1. Das geht mir nicht aus dem Kopf, ein so schlechtes Verhältnis, 11 zu 1. Wir haben natürlich auch Freizeit aber davon sollten wir noch 8 Stunden schlafen und außerdem pendeln wir ja bis zu zwei Stunden zur Arbeit. Es bleibt also ein Drittel Freizeit. Das ist eindeutig zu wenig. Wir sollen ja bis zum Alter von 67 arbeiten, am besten noch viel Geld sparen, um es dann erst mit vollen Händen auszugeben. In einem Alter, wo man vielleicht kaum noch laufen kann oder das man eventuell gar nicht mehr erlebt. Es gibt dann einen Mercedes für den Mann und eine Einbauküche für die Frau, wenn das Geld reicht. Oder sollen wir doch auf die 6 richtigen Zahlen im Lotto warten.

Stell dir vor, du liegst morgen im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Was würdest du heute noch machen? Nehme dir die Zeit dafür und starte jetzt !

Viele kennen schon bei relativ kurzem Urlaub, die Ängste und Sorgen, wie zum Beispiel: wer macht meine Arbeit, wie ist das wieder kommen ins Büro, was gibt es dann alles Neues und wie sind die Kollegen zu mir wenn ich wieder komme. Im Urlaub seine Emails und Nachrichten auf dem Smartphone zu lesen und mal im Büro anzurufen, ist ja fast schon normal geworden. Du wirst feststellen, dass es gar kein Problem ist, ganze zwei Monate weg zu bleiben. Es ist eine rein organisatorische Sache und auch eine Verhandlungssache als Angestellter. Es ist alles wie vorher, nur wenig ändert sich und auf die Frage Was gibt es neues?, kommt die Antwort, Nichts, alles wie immer, nur die Weihnachtsfeier war wieder der Hammer. Man muss sich also nicht ständig Sorgen machen.

Wer allerdings einfach die Arbeit schlecht macht und sich vornimmt, mehr Freizeit einzuplanen, setzt aufs falsche Pferd. Nur die Reduktion der Arbeitsmenge wird uns nicht nachhaltig glücklich machen, es geht darum, Wege zu finden, die Arbeit sinnerfüllt zu erleben.

Trotz vieler Infos im Netz, leben nach wie vor viele Menschen als Gefangene in ihrem Hamsterrad. Der Druck am Arbeitsplatz nimmt eher zu als ab, durch eigene Anstrengungen bis zum Umfallen auch noch im privaten Lebensbereich, wird das Hamsterrad noch weiter angetrieben. Bis eines Tages gar nichts mehr geht und wir erschöpft zusammenbrechen.

Wir brauchen neben Höchstleistungen auch Phasen der Regeneration. Wir nutzen aber die Pausen nicht, um wieder aufzutanken und uns fit zu machen für die nächste Runde. Das führt leider oft dazu, dass nicht wenige neben dem Work-Hamsterrad ein Life-Hamsterrad aufgebaut haben und auch in ihrer Freizeit zu gestressten Getriebenen werden. Wir hetzen von einem Termin zum nächsten, betreiben regelrechtes Familienmanagement und kämpfen im Fitnessstudio. Das artet dann in Freizeitstress aus.

Der Ausstieg aus dem Hamsterrad ist kein Kinderspiel. Und selbst wenn wir es vom fremdbestimmten Getriebensein weg, hin zu einem bewusst gestalteten Leben geschafft haben, sind wir immer mit einem Fuß schon wieder zurück im Hamsterrad. Unsere leistungsorientierte Gesellschaft lockt uns fortwährend ins Hamsterrad.

Die Balance oder Grenze, zwischen Work und Life, sollte beweglich bleiben, wenn du deiner Leidenschaft folgst und an dir und deinen Projekten und Hobbys arbeitest. Du solltest an etwas arbeiten und etwas erschaffen, das dir Spaß macht. Du darfst nur nicht unterschätzen oder gar vergessen, es bleibt immer Arbeit.

Die Wortkreation Work Life Balance, hilft uns also nicht wirklich weiter. Arbeit und das Leben, lässt sich nicht trennen. Wenn du deine Leidenschaft oder Berufung lebst, lässt sich die Arbeit nicht trennen oder ausklammern. Das Leben im Glück besteht aus mehr als aus dem ständigen Seilziehen zwischen Arbeit und Freizeit. Es geht um einen ganzheitlichen Blick auf unser Dasein, Schaffen und Handeln.

Ein Verhältnis von elf Monaten unbefriedigender Arbeit, zu einem Monat gehetztem Urlaub bleibt weiterhin beschissen. Finde also einen Job, eine Arbeit, eine Leidenschaft und eine Berufung und werde glücklich. Lebe minimalistisch auf deine Art und Weise, nicht nur materiell sondern auch geistig. Befreie dich von Vorstellungen und Erwartungen anderer, mach dein eigenes Ding.

Persönlich werde ich meine Leidenschaften weiter ausleben und Projekte aufbauen. Ich kann als Multi Scanner Typ (viel Interessierter) online, ortsunabhängig vom Laptop aus arbeiten und mir als Freelancer, Projektarbeit suchen. Weiterhin will ich aber auch Festangestellter bleiben, in meiner Homebase in Berlin. Ein typischer Zugvogl halt. Ich fliege regelmäßig Richtung Süden und komme wieder zurück in mein Nest, zu meiner Homebase, zu meiner Familie und meinen Freunden.

Ein gesunder und glücklicher Mensch strebt nach Erfüllung in allen Lebensbereichen.
Stefan Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

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