Back in Town. Die Rückkehr der Zugvögl.

Ich bin back in town, in meiner Homebase in Berlin. Ein bis zwei Monate zu früh vom Wetter her. Es ist März, kalt und grau aber ich bin motiviert, weiter am Projekt Zugvogl und wieder in meinem festangestellten Job zu arbeiten. Im Büro hat man mich vermisst, das freut mich sehr. Meine Familie und meine Freunde sind auch sehr happy, dass ich wieder in Berlin bin. Den Urlaub hast du dir ja auch verdient, hab ich letztens gehört. Muss man sich seinen Urlaub wirklich erst verdienen? Ich war auch nicht im Urlaub, ich überwintere.

Wetterflucht

Das Wetter bleibt bescheiden im März. Deshalb lautet mein Motto, ab in den Süden, Wetterflucht oder come and go. Das Wetter ist für mich der Hauptgrund hier abzuhauen. Ich betreibe Wetterflucht, ich bin ein Wetterflüchtiger. Ich mag kein nasskaltes Wetter und auch kein kaltes Wasser aber ich liebe frische Luft. Eine 30 tägige kalt duschen Challenge habe ich versucht und nach zwei Tagen abgebrochen, obwohl ich im warmen Thailand war. Ich brauche einfach die Wärme und die Sonne, wie die Luft zum Atmen und da kann ich mit kalter Luft oder kaltem Wasser nichts anfangen. Ich bin auch gerne am Meer aber nicht so gerne im Meer oder gar unter Wasser.

Dann kommt die Hektik und der Stress in unserer Ellenbogen Gesellschaft noch hinzu. Immer mehr Hektik im Straßenverkehr, mehr Stress beim Einkaufen. Viele sind geil darauf, ihren Besitz zu begaffen und wollen schnell nach Hause kommen. Am Wochenende wird nochmal richtig Gas gegeben, um den Traum von was auch immer, näher zu kommen. Montag morgens geht es dann ganz schnell zur Arbeit und danach ganz schnell wieder nach Hause, seinen Besitz bewundern. Die Kopfhörer werden immer größer um nichts von der Außenwelt mitzubekommen. 300 Euro Jacken werden gekauft um geschützt zu sein, bei Wind und Wetter und vielleicht auch gegen Angriffe von außen? Es entstehen Arbeitszellen, um noch konzentrierter arbeiten zu müssen. Jede Familie braucht mindestens ein Auto. Aber jeder Single braucht auch ein Auto um allein sein zu können. Mitfahrgelegenheiten funktionieren selten, wir wollen besitzen. Es entsteht eine Art Kokonisierung.

Seuchengefahr

Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung. Wie ich diesen Spruch liebe. Es liegt wohl an der Jahreszeit, das wir so ein bescheidenes Wetter haben, ist meine Antwort. Jetzt ist wieder Seuchengefahr in Bus und Bahn bis Ende April. Kranke Kollegen fast überall. Deshalb stehen jetzt überall Desinfektions-Spender rum. Das krank weiter arbeitende Volk. Profi- und Freizeitsportler, die nah an der Herzmuskel-Entzündungs-Grenze weiter Sport machen. Selbst kranke Moderatoren und Nachrichtensprecher im TV und Radio sprechen mit heiserer Stimme weiter. Mein Ausbilder, hat damals gleich morgens alle kranken Azubis nach Hause geschickt, weil das gar nicht produktiv war, sondern sehr rücksichtslos. Für ihn gab es kein Aufopfern für die Arbeit.

Früher

Als Jugendlicher fand ich den Winter sogar extrem cool. Es war früh dunkel und ich zog los, mit warmen Stiefeln und einem großen Army Rucksack voller Sprühdosen. Zusammen mit Freunden wurden einige Wände in Berlin verschönert. Vielleicht gefällt mir der Winter in Zukunft wieder. Wir waren oft in den Bergen wandern und Snowboard fahren. Es ist auch etwas ganz anderes, so ein Winter mit richtig viel Schnee, als ein Winter mit Matsch in der Stadt. Jahreszeiten sind eigentlich eine tolle Sache.

Allerdings war das dann der Hammer, als Jugendlicher das erste Mal in Spanien am Meer. Flip Flops, kurze Hose, T-Shirt und fertig. Keine dreilagigen Outdoor Jacken und dicke Stiefel. Der Sonnencreme Duft hat mich im Alter von 20 Jahren irre gemacht und spricht mich heute auch noch irgendwie emotional an und weckt Erinnerungen. Zwei Wochen Urlaub an der Costa Brava. Eine ewig lang dauernde Busfahrt war uns egal. Sonne, jede menge Frauen und jeden Tag Partys. Das war der Duft von Freiheit nach meiner Ausbildung. Heute brauche ich vieles nicht mehr, doch die Sehnsucht und das Verlangen nach Sonne und Meer ist geblieben. Es lebt sich leichter und einfacher, ganz einfach. Auch wenn das Geld verdienen im Süden bestimmt härter ist, leben die Menschen glücklicher, weil entspannter und gelassener. Für mich bedeutet das eine viel bessere Lebensqualität.

Bewegung

Na klar müssen wir uns mehr bewegen in der westlichen Welt. Das habe ich mir jetzt während der restlichen kalten Jahreszeit vorgenommen. Dass wir auf Wetterwechsel mit körperlichen Beschwerden reagieren, ist eine Folge unseres Lebens in vier Wänden. Meine Wetterfühligkeit beruht zu einem großen Teil auf einem Trainingsmangel des ganzen Körpers, der dazu führt, dass sich der Körper an unterschiedliche Wetterlagen nicht mehr schnell genug anpassen kann. Eigentlich ganz einfach. Ich werde also Joggen gehen, auch wenn der Regen heute von vorne kommt.

Also, bis bald und bewegt euch mehr.

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