Überwintern im Süden. Folge dem Zugvogl, folge der Sonne.

Am Anfang war der Traum.

Schließe doch mal kurz deine Augen und stell dir vor, du wärst ein international tätiges Model oder Chef deiner eigenen Firma. Wo würdest du deine Zeit während des kalten grauen Winters verbringen? Auf einer Insel im Süden oder einer Residenz in den Bergen mit richtigem Schnee?

So, jetzt kannst du deine Augen wieder aufmachen und der Wahrheit ins Gesicht sehen.

Viele von uns träumen davon, dem kalten und nassen Winter in Deutschland zu entfliehen. Den Winter im Süden zu verbringen, ist und bleibt für viele ein Traum. Aber auch du kannst regelmäßig überwintern, wie die Promis oder Superstars. Dafür musst du allerdings keiner sein oder werden. Du hast dann mehrere Wohnorte und Lebensmittelpunkte in deinem Leben. Dein Traum muss kein Traum bleiben. Du musst einfach nur deinen Weg finden und deine Komfortzone verlassen. Du kannst regelmäßig länger reisen oder an einem Ort im Süden überwintern. Du kannst nach einer gewissen Zeit, wieder zurück zu deiner Familie und deiner Homebase kehren. Du musst dein Zuhause gar nicht aufgeben. Du musst kein digitaler Nomade und ständig unterwegs sein. Das bin ich auch nicht. Ich mag es, mehrere Homebases oder auf Deutsch gesagt: mehrere Wohnorte und Lebensmittelpunkte zu haben. Für mich wären mindestens zwei, drei oder vier Wohnorte und Lebensmittelpunkte auf dieser Welt optimal. Homebase bedeutet für mich, ein paar Monate an einem Ort zu bleiben, der mir gefällt und den ich frei wählen kann. Also ein zweites oder drittes Zuhause, dass irgendwo auf dieser Welt sein kann. Ich behalte meinen gemeldeten Wohnort als Haupt-Homebase und ziehe immer wieder los während der kalten Wintermonate.

Der Winter

Natürlich hat der Winter in Deutschland auch seine Reize, aber oft fehlt es an Schnee und heiterer Stimmung. Viele ältere Menschen mit Rheuma und Gicht, haben während der Winterzeit auch so ihre Probleme. Kälte macht ganz offensichtlich krank. Wissenschaftler des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover haben die Krankmeldungen berufstätiger Krankenversicherter aus einem Zeitraum von sieben Jahren ausgewertet. Demnach hat jede Veränderung monatlicher Durchschnittstemperaturen um ein Grad Celsius weniger zu einem Anstieg der Krankschreibungen um 5,9 Prozent geführt. Meist handelte es sich dabei um Grippe oder Atemwegserkrankungen. „In Monaten mit Durchschnittstemperaturen von 20 Grad sind generell nur halb so viele Arbeitnehmer krank wie in solchen mit mittleren Werten um acht Grad“.

Homebase Berlin

Ich habe diese kleine Wohnung in Berlin, die ich auch bei längerem Auslandsaufenthalt nicht aufgeben will. Eine kleine 35 Quadratmeter große, zwei Zimmer Wohnung. Kein Tiny House, dafür eine Tiny Wohnung, die echt gemütlich ist. Berlin ist eine schöne und auch hässliche Stadt. Kalt, grau und ungemütlich im Winter. Deshalb überwintere ich im Süden. Dafür mag ich den Sommer in dieser Stadt. Hier bin ich aufgewachsen, in vielen Bezirken habe ich gewohnt. In Cafés, Parks und Biergärten trifft man viele Menschen. Wenn es dann doch einmal heiß wird, kann man sich super in Seen und Freibädern abkühlen. Berlin ist eine sehr grüne Stadt und es gibt jede Menge Künstler und Konzerte. Es gibt mittlerweile so viele Songs zur Hauptstadt Berlin. Hier kann man es gut 6 Monate im Sommer aushalten. Ich möchte meine Zelte in Deutschland nicht abbrechen, da es für mich ganz klar mein Heimatland ist.

Für diesen Sommer habe ich eine persönliche Challenge geplant. Die eigene Stadt, meine Heimat entdecken. Revival Orte nenne ich dieses Projekt. Ich besuche alle Orte an denen ich in meiner Jugend war und wo ich viel erlebt habe, aber auch neue Orte werde ich besuchen. Das kann ich euch nur empfehlen. Fahrt früh einfach mal los und entdeckt die eigene Heimat. Die Thermosflasche und Nudelsalat einpacken und los geht es, am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie oft kennt man seine eigene Heimat kaum. Manche Sehenswürdigkeiten, die Touristen täglich besuchen, hat man selbst in seinen vollen Lebensjahren noch nicht gesehen, außer vielleicht im Fernsehen.

Zweite Homebase

Wenn es kalt wird in Berlin so gegen Herbst, ziehe ich in den Süden. Ich habe dort dann auch eine Homebase, ein Nest sozusagen. Ich will erst einmal ankommen nach meinem Flug. Umher reisen und das Land und Leute erkunden kann ich dann ganz in Ruhe. Ständiges aufbrechen und weiterreisen macht mich nervös und lässt mich nicht richtig ankommen am Ziel. Ich halte auch im Süden meine Morgenroutine ein und arbeite an meinen Projekten, um etwas Geld zu verdienen. Wenn ich als Backpacker oder digitaler Nomade ständig aufbrechen muss, verliere ich meinen Fokus. Ich sehe mir erst einmal die Umgebung an und miete dann eine Wohnung oder ein Haus. Ich mag Land und Leute kennen lernen, das fällt mir schwer wenn ich schnell wieder abreise. Ich habe immer wieder viele Menschen kennen gelernt, sogar gute Freunde gefunden und mich in einer Community eingelebt, wenn ich länger geblieben bin. Wenn man dann auch noch jemanden lieben lernt, kann und will man so schnell auch nicht wieder weiter reisen.

Es ist traumhaft zwei oder mehrere Wohnorte und Lebensmittelpunkte zu haben, aber nicht einfach zu realisieren. Ich muss nicht viel besitzen, sondern kann ganz einfach alles mieten was ich brauche, um unabhängig zu sein. Ich will nicht zu viel Verpflichtungen und Verträge eingehen. Mein Besitz bleibt klein und ich kann alles wichtige in einem Rucksack verstauen. Auch ein Wohnungs- oder Haus-Sharing, wie bei Autos oder Fahrrädern ist kein Problem und bringt Abwechslung. Ich muss und will nicht immer am gleichen Ort sein in meinem Leben. Zwei, oder sogar mehrere Lebensmittelpunkte, sind noch ungewöhnlich aber in Zukunft noch leichter umzusetzen. Man muss sich halt Gedanken über seine Finanzen machen. Woher kommen die Einnahmen? Wird man Selbstständigkeit oder ist festangestellt in mehreren Jobs und arbeitet auch im Ausland? Kann man Überstunden machen um dann auf Gehalt zu verzichten? Urlaub wird anders definiert in Zukunft. Arbeit vermischt sich mit dem alltäglichen Leben und die Lebensqualität wird sich weiter verbessern. Das kann man alles schaffen um diese sicherlich hoch gesetzten Ziele zu erreichen. Es bedarf an extremer Disziplin und guter Organisation. Du kannst und solltest Sprachen lernen, fremde Kulturen kennen und auch etwas danach leben. Du musst lernen minimalistischer zu leben, was nicht bedeutet auf etwas zu verzichten, sondern bewusster Dinge zu kaufen. Weiterhin wirst du immer an deiner Persönlichkeit arbeiten müssen. Wir lernen nie aus. Lernen, machen, handeln, hinfallen und wieder aufstehen.

Familie

Hinzu kommt die Frage nach dem Kontakt zu der Familie. Die Videotelefonie mit Skype ist da die beste Lösung, wenn du alleine reist. Wenn du mit der Familie überwintern willst, wird die Aufgabe ja deutlich größer und schwieriger. Man könnte mit seinem Partner zusammen ein Business aufbauen, sowohl im Online Bereich als auch ein reales Geschäft gründen. Gehen die Kinder zur Schule, musst du eine Lösung für das Unterrichten finden. Seit 1919 ist die Schulpflicht in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Will man regelmäßig mit den Kindern überwintern, besteht da eine hohe Hürde.

Ich frage mich oft in letzter Zeit, wie ich mein Zugvogl verhalten anpasse oder weiter auslebe, wenn ich eine Familie gründe. Ich kann es mir gut vorstellen, zusammen im Süden zu überwintern. Kinder müssen heutzutage auch kein Grund mehr sein, sich an einen Ort zu binden. Es gibt einige Facebook Gruppen und Webseiten für Langzeitreisende und digitale Nomaden Familien. Es bleibt weiterhin eine Frage der Organisation und wie man woher man seine Einnahmen bekommt.

Einnahmen und Finanzen

Ich mag das Wort Problem eigentlich nicht. Deshalb sind für mich die Finanzen auch eher eine große Hürde beim Überwintern. Klar kannst du von deinem erspartem die Kosten für das Überwintern tragen aber das kann kein langfristiger Plan sein. Du willst dich sicher auch im Süden arbeitstechnisch beschäftigen und kannst damit Einnahmen generieren. Das ergibt darum Sinn, um weiter zu sparen und wieder ein finanzielles Polster zu haben. Auch, um nicht den ganzen Tag planlos umher zu irren im Süden. Das geht da sehr schnell. Du musst ja keinen acht Stunden Tag abarbeiten, aber so ein paar Stunden angestellt sein oder ein eigenes Business aufbauen macht nicht nur Spaß, sondern es gibt dir auch einen Sinn. Du kannst Erfahrungen sammeln in vielen Bereichen und hoffentlich auch irgendwann Erfolge feiern.

Idealerweise, wirst du dir dein eigenes Business aufbauen. Du kannst z. B.:

– Dienstleister vor Ort sein
– Dienstleistungen über das Internet anbieten
– ein Online Business aufbauen
ein reales Geschäft vor Ort aufbauen, mit mehreren Filialen in verschiedenen Ländern

oder

– du arbeitest angestellt für eine internationale Firma, die verschieden Firmensitze hat
du hast mehrere Arbeitgeber in verschiedenen Ländern auf freiberuflicher Basis

Die paar kleineren Problemchen, wie die Wohnung vermieten, um Geld zu verdienen und damit sie nicht leer steht, sind auch nicht zu verachten seit dem Zweckentfremdungsverbot in Deutschland. Eine Reise-Versicherung abzuschließen ist kein Problem aber auch nicht mehr so günstig. Es bleibt also ein Challenge, viele tolle Aufgaben, um diese Probleme zu lösen oder besser gesagt um diese Hürde zu bewältigen und irgendwann einfach zu überspringen. Vielleicht findest du Spaß daran, so wie ich, Probleme zu lösen. Es gibt auch keine Probleme, sondern nur Lösungen. Das ist die beste Einstellung.

Die Freiheit

Die Freiheit als Zugvogl bedeutet für mich, mehrere Monate im Jahr, mein Leben so gestalten zu können wie ich möchte. Das werde ich wohl nie aufgeben.

Wenn du auch ein Zugvogl werden willst, dann finde heraus, was dir wirklich wichtig ist im Leben. Und fang an, deine Zukunft zu planen und sie auch zu leben. Es wird garantiert einige von diesen tollen „up and down“ Phasen geben. Es liegt in der Natur und am Lifestyle des Zugvogl, dass es hoch und runter geht. Na klar ist das alles nicht einfach aber wer hat gesagt, das dein Leben einfach sein soll?

Das ganze wird auch eine Reise zu deinem ICH. Du musst nämlich deine Komfortzone verlassen und über eine rote Linie treten, die in deinem Kopf deine Komfortzone umkreist.

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