Die stärkste Droge der Welt #3, das Smartphone. In 10 Schritten raus aus der Handyfalle.

Die neue Droge heißt Smartphone. Das war auch für mich in den letzten Monaten zu einem kleinen Problem geworden, an dem ich arbeiten musste. Mir tat zeitweise der Daumen weh vom hoch und runter scrollen. Ich bin nun mal Informationsgeil und hatte sehr oft das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich längere Zeit nicht auf das Smartphone schaute. Ich bin als kleiner Junge oft mit dem Fahrrad hinter der Feuerwehr hinterher gefahren, um zu sehen was passiert ist. Wir haben genau gegenüber einer Feuerwehr Wache gewohnt. Zu dieser Zeit gab es ja noch kein Smartphone. Dieses Gerät kann einfach so verführerisch viel. Es ist nicht nur Telefon, sondern auch Fotoapparat, Radio, Mini-TV, Computer Ersatz und Spielkonsole. Wir kommunizieren über die Apps von Facebook, Instagram oder WhatsApp mit dem Rest der Welt. Erst war es nur ein reines Arbeitsmittel für mich. Doch als ich ständig damit hantierte, nervte mich diese Unbeherrschtheit einfach nur noch.

Durchschnittlich verbringen wir bis zu drei Stunden täglich am Smartphone. Die Hälfte der Zeit auf sozialen Netzwerken und mit Spielen. Telefoniert wird im Schnitt nur acht Minuten täglich. Der Mechanismus, der einen immer wieder zum Smartphone greifen lässt, gleicht dem der Spielsucht. Es leidet oft die Partnerschaft und das soziale Umfeld. Schließlich wird sogar der eigene Körper vernachlässigt, um der Sucht nachzugehen. Der Drang, per Chat mit gerade nicht anwesenden Personen in Kontakt zu treten und der Zwang, im Minutentakt das Display zu kontrollieren, sind typische Anzeichen dieser Form von Abhängigkeit.

Das zu erkennen dauert, denn es handelt sich um eine unauffällige, gesellschaftlich akzeptierte Sucht, die sich als Arbeit oder Kommunikation maskiert. Es klingt banal, aber irgendwann spürt man, dass man eigentlich einen Menschen braucht, aber mit einer Maschine hantiert. Menschen, die ihr Smartphone nicht mehr im Griff haben, müssen sich klarmachen, dass man zwar am Bildschirm viel erlebt, aber dass es nicht das reale Leben ist.

Häufiges Tippen von Nachrichten auf dem Handy führt zu Nacken- und Rückenschmerzen, so die vorläufigen Ergebnisse einer US-Studie. Dabei häufen sich auch bei jungen Menschen Überlastungsschäden, die sonst eher bei Erwachsenen nach langjähriger Arbeit an Computern auftreten können. Junge Erwachsene schreiben lieber Textnachrichten mit dem Handy, als Telefonate zu führen. Die dabei eingenommene starre Schulter- und Rückenhaltung bei schnell bewegten Fingern ähnelt laut der US-Forscherin Judith Gold der Bildschirmarbeit.

Schau dich nur mal um in Bus und Bahn. Alle Nutzer schauen nach unten. Haltungsschäden sind vorprogrammiert. Es entsteht der Wisch-Daumen und der Smartphone-Nacken. Vielleicht ebnet das Handy den evolutionären Weg zum Stiernacken ? Der Buckel ist das neue Haltungsproblem. Immer in Hab-Acht-Stellung vor dem Display, den Kopf streng nach unten gerichtet, die Finger permanent in Tipp- und Wischbereitschaft.

In 10 Schritten raus aus der Handyfalle:

1. Mach dir bewusst, welchen Zweck dein Smartphone haben soll und welchen Zweck es tatsächlich in deinem Leben hat. Denn beim auf den Bildschirm starren, rauscht das Leben an dir vorbei.

2. Nutze dein Smartphone nur, wenn du es wirklich brauchst und es auch passt. Du musst nicht online sein, wenn du mit Freunden zusammensitzt. Du musst auch nicht auf dem WC deine E-Mails checken? Lege ganz einfach Tabuzonen fest, wie z. B. bei Tisch und in Gesellschaft.

3. Übe dich in Selbstdisziplin: Mach dein Smartphone zu festgelegten Zeiten morgens an und abends wieder aus.

5. Für harte Fälle, kannst du die Nutzungszeit mit Hilfe von Apps begrenzen und blockieren.

6. Schalte dein Gerät während der Arbeit nur zu festen Zeiten an.

7. Treffe deine Freunde im richtigen Leben, werde körperlich aktiv.

8. Für Eltern: Dein Kind braucht nicht das neueste, teuerste Smartphone. Wenn es argumentiert, dass es dann Außenseiter sei: Mache deinem Kind Mut, anders zu sein und sich nicht dem Konformitätsdruck zu beugen. Sei ein Vorbild!

9. Niemand muss ständig erreichbar sein, auch wenn das der Freund, Partner, Ehemann oder Chef vielleicht erwartet.

10. Verbringe intensive Zeit mit richtigen Menschen und habe gemeinsam Spaß! Dann wirst du dein Smartphone nicht vermissen.

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