Warum horten und sammeln wir? 5 Tipps minimalistischer und freier zu werden.

Warum horten und sammeln wir?

Man kann sagen, dass ein Sammlertrieb tief in unseren Genen sitzt, da wir ja schon zur Urzeit für die kalten Winter im Voraus gesammelt und gehortet haben. Wer viel gesammelt und gelagert hat, konnte relativ sicher den Winter überstehen. In Regionen, wo das Klima wärmer ist und das vorausdenkende Sammeln nicht erforderlich war, hat sich der Sammeltrieb nicht richtig entwickeln können. Die Lust am Jagen, Kriegen und Entdecken, ist ein weiterer Aspekt des Sammelns. Wer kennt nicht diese neugierigen Menschen, die aktuell den Sperrmüll durchforsten. Das ist übrigens ein Grund, weswegen die Sperrmüllaktionen in einigen Städten abgeschafft wurden. Da sich der Sammeltrieb offenbar verselbständigt hat, fragt man sich heutzutage, ob jemand noch aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus sammelt. Man wird zum Beispiel bei den Überraschungseierfiguren oder alten Zeitungen schnell feststellen, dass das keinen großen Sinn ergibt. Denn in Zeiten der erwarteten Not, wird man sie wohl schlecht verkaufen können, und essen kann man sie auch nicht.

Die Lust am Archivieren und Ordnen ist wohl gerade bei den Deutschen ein weiterer Grund für die Sammelleidenschaft. Kaum eine Nation erfreut sich einer so großen Zahl an Museen und Flohmärkten. Allein mit den Fernseh-Sendungen könnte man einen einzelnen Kanal füllen. Sammel- und Entrümpelungs-Sendungen wie: „Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller“, „Die Trödelsammler“, „Wege aus dem Chaos“ und „Raus damit“ machen betroffen. Die Deutschen haben es mit ihrer Ordnung, das geht wohl auf ein langes peinlich genaues preußisches Beamtentum zurück. Interessant ist auch, dass es immer mehr digitale Management-Systeme gibt, welche die angeblichen Vorzüge einer schnellen Suche und den optimalen Zugriff anbieten. Eine tolle Lösung, den übertriebenen Sammlertrieb und das Horten zu ändern, ist das Verschenken. Im Christentum und Buddhismus hat das Verschenken der Habe auch heute noch einen reinigenden Effekt. Wer viel verschenken konnte, war der Mächtigste, weil der Reinste.

Finde heraus, warum du Sachen angehäuft hast und wie du davon loskommst.

Hilflos? Das war ich auch am Anfang. Eine Wohnung voller angehäufter Dinge ist tatsächlich überwältigend. Was ich in den vielen Jahren angesammelt hatte, ließ sich nicht an einem Tag und auch nicht, nach einer Woche, sogar nicht nach einem Monat aufräumen oder entsorgen. Denke da mal an deinen Keller. Beginne auch hier mit der Salami-Taktik. Beginne jetzt, heute, mit einem kleinen Abschnitt. Es ist egal wo du anfängst und es wird emotional. Mache Pausen und bleibe dran.

Vielleicht fürchtest du dich, deine Wegwurf-Entscheidung zu bereuen. Du hättest den Tortenheber jetzt gut gebrauchen können? Du wirst niemals genug Dinge haben um ein Problem zu lösen, welches ja meistens kein Problem ist. Du brauchst nicht für jede Kleinigkeit ein Ding oder Teil.

Oder fühlst du dich so klein? Brauchst du deshalb viele Dinge? Wenn die Dinge anfangen, dein Leben zu regieren und nicht mehr du selbst, dann wirst DU immer kleiner.

Wahrscheinlich wirst du dich schuldig fühlen bei einigen Dingen, wenn du all die wertvollen Sachen aufräumst oder gar wegwirfst. Du fühlst dich schlecht, weil die Großmutter für das hässlich schöne Bild so viel Geld gezahlt hat. Du kannst nicht alles aufheben. Mach Fotos von den emotionalen Dingen und speicher sie auf dem Computer in einem Ordner.

Du hast keine Zeit? Immer kommt etwas anderes, wichtigeres dazwischen? Wende auch hier wieder die Salami Taktik an. Befreie dich langsam. Noch ist alles zu und nichts ist frei in deinen Räumen. Du hast viel mehr Zeit, als du ahnst. Überlege einmal kurz wie viel Zeit du hattest, für all das arbeiten zu gehen, Geld dafür zu verdienen, das alles zu besorgen, anzuhäufen, zu pflegen, zu reinigen, Staub zu putzen und Instandhalten. Befreie dich.

Sammle mehr Erinnerungen und keinen materiellen Kram. Behalte nur noch Dinge die du wirklich magst und brauchst. Gehe raus in die Natur, treffe Familie und Freunde oder gehe allein. Nehme die Schätze des Himmels, der Natur, der Tiere und Menschen um dich herum in dich auf und sammle sie.

5 Tipps minimalistischer und freier zu leben:

1. Mache von allen emotionalen Dingen digitale Fotos. Die stauben nicht ein und du kannst am Rechner eine Dia-Show starten, wenn du einmal in Erinnerungen schwelgen willst.

2. Alles was du länger als sechs Monate nicht gebraucht hast, wirst du wahrscheinlich nie wirklich brauchen. Ich meine hier wirklich brauchen. Entsorge langsam und bewusst. Du kannst Dinge die wertvoll sind verkaufen. Allerdings macht verschenken weniger Arbeit und Stress. Du kannst bestimmt ein paar Menschen eine Freude machen, mit den Dingen die du nicht mehr brauchst.

3. Schallplatten, CD´s und DVD´s lassen sich super digitalisieren. Die Zukunft ist unaufhaltsam, gerade im Technik Bereich. Bücher lassen sich auf vielen Geräten digital lesen. Du musst nicht alles entsorgen. Behalte eine übersichtliche kleine aber für dich wertvolle Sammlung.

4. Kaufe nur noch bewusst. Das musst du neu lernen. Warte ein paar Tage, bevor du etwas Neues kaufst und du wirst heraus finden, ob du es wirklich brauchst. Vermeide spontane Einkäufe.

5. Du sollst ja nicht alles entsorgen. Allerdings wirst du schnell feststellen, das weniger mehr ist. Du fühlst dich befreit, wenn du dich von unnützem trennst. Probier es aus.

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